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Ronja vom Straßenrand

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Die Geschichte von Ronja

Ronja heute

 

Ronja heute (27. Januar 2009)

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Ronja hat sich zu einer großen kräftigen jungen Dame entwickelt. Mit ihrem ausgeprägten Temperament hat sie ihre neue Familie fest im Griff.

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Die Geschichte von Ronja dem Straßenkind.

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Ronja am 23.06.2008:
auf 467 g abgemagert, ausgetrocknet und vom Katzenschnupfen schwer gezeichnet.

Ronja am 31.08.2008
eine selbstbewusste junge Dame, extrem anhänglich, 2090 g schwer, ein lebens- lustiger Sonnenschein.

Der 23.06.08 war ein heißer und schwüler Sommertag. Am Nachmittag wollten wir schnell noch mit dem Auto die neuen Pokale für unsere nächste Ausstellung ins RKS-Lager bringen. Aber, wir kamen an diesem Montag nicht weit…

Auf der stark frequentierten Landstraße kamen in einer kleinen Ortschaft die Autos vor uns plötzlich zum Stocken. Alle bremsten ab und machten einen großen Bogen, als ob sie ausweichen wollten, während die Insassen sich bemühten den Fahrbahnrand genauer zu sehen.

Das Herz stockte uns, als wir erkannten, dass die Ursache des Interesses, ein kleines graues Fellknäuel war, das sich an den rechten Bordstein presste, während die Autos langsam an ihm vorbeifuhren. Das „Knäuel“ entpuppte sich als ein Katzenbaby, das schutzlos der sengenden Sonne ausgeliefert, auf der heißen und staubigen Straße lag.

Wie viele Autos mochten wohl schon daran vorbeigefahren sein?

Wir hielten sofort an und ich eilte zu dem kleinen regungslosen Häufchen. Vorsichtig hob ich es auf und war erleichtert, als es sich etwas bewegte, es schien erschöpft aber nicht verletzt zu sein.

Wie war es nur hierher kommen? Wo war die Katzenmutter? Wo gehörte es hin? Hier auf der Straße konnte ich es nicht lassen. Ich trug es, ohne es näher zu betrachten, zu den anliegenden Bauernhöfen, in der Hoffnung jemanden zu finden, der das Katzenkind kannte. Leider ohne Erfolg.

Während ich noch überlegte, was zu tun sei, hatte ich das unbewusste Empfinden, dass das Baby in meinen Händen in Not war. Ich drehte den kleinen Körper um, und erschrak…

Große Babyaugen und ein süßes Babygesichtchen hatte ich erwartet, aber dieses Kätzchen hatte nur noch einen einzigen schmalen Augenschlitz, den es mühsam versuchte aufzuhalten. Beide Augen waren unförmig verschollen, der eitrige Ausfluss aus ihnen bis zur Nase hinunter mit einer gelbbraunen Kruste bedeckt. Es war leicht, ungewöhnlich leicht, eigentlich nur Haut und Knochen und beide Ohren waren bis tief ins Innere hinunter mit einer schwarzen undefinierbaren Schicht bedeckt.

Wir fuhren sofort zum nächsten Tierarzt, in der Hoffnung, das Katzenkind retten zu können. Dort erhielten wir zunächst den Rat, das Kätzchen auf Grund seines erbärmlichen Zustandes sofort einschläfern zu lassen. Ein Rettungsversuch wäre, abgesehen von der medizinischen Behandlung nur mit einem erheblichem Pflegeaufwand möglich, da es sicherlich nicht in der Lage wäre selbstständig zu fressen. Zusätzlich müsste eine strikte Trennung von unseren Katzen gewährleistet sein, damit wir diese nicht gefährden. Während der Untersuchung hob das Kleine immer wieder das Köpfchen in die Richtung unserer Stimmen und versuchte uns anzusehen Es war eine schwere Entscheidung, die wir zu fällen hatten.

Dann hatte mein Mann die rettende Idee. Das Gartenhaus mit dem angrenzenden Gehege! Unsere Katzen dürfen in den, mit Zaun und Elektronetz, gesicherten Garten. Neben dem Eingangsweg haben wir ein Gartenhaus mit angrenzendem Gehege gebaut, das unsere Norweger vom Hauptgarten über einen Tunnel erreichen können.

Hier gibt es viele katzengerechte Plätzchen, die je nach Wetterlage Schutz vor Sonne, Wind und Regen bieten. Dies könnte, bis zur Genesung, die Zufluchtstätte für den Katzenzwerg sein. So entschieden wir uns, den Winzling bei uns aufzunehmen.

Noch am gleichen Abend telefonierte ich mit den anderen Vorstandsmitgliedern und schilderte ihnen die Situation. Wir beschlossen gemeinsam, dass der RKS e.V. die Patenschaft über den Findling übernehmen wird.

Da wir jetzt sozusagen ein weiteres „RKS-Mitglied“ mehr haben, möchte ich Ihnen den Neuzugang vorstellen:

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23.06.2008 Der erste Tag

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Ronja ist laut Zahnbild ca 7 Wochen alt und wiegt 467 g.

Wie befürchtet, erfolgt eine selbständige Nahrungsaufnahme trotz ihrem Alter noch nicht. Ein Sauger ist nicht einsetzbar, da er sofort von Ronja zerbissen wird. Wir füttern ihr einen Brei mit einer Spritzkanüle ohne Aufsatz, der bereitwillig angenommen wird.

Die Augen verkleben nach der Reinigung sofort wieder. Wir wissen noch nicht, ob wir trotz intensiver medizinischer Versorgung die Sehkraft retten können.

In unserem Flur haben wir eine Desinfektionsschleuse eingerichtet. Zusätzlich werden alle Kleider und Schuhe gewechselt, bevor wir die Wohnräume betreten bzw. das Haus verlassen.

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26.06.2008 Der vierte Tag

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Das linke Auge bleibt jetzt auch zwischen den Reinigungsintervallen offen.

Ronja schnurrt gelegentlich und beginnt zu spielen.

Sie akzeptiert weiterhin nur flüssige Nahrung, aber die Verdauung beginnt zu funktionieren.

Ihr Gewicht beträgt jetzt schon 670g.

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28.06.2008 Der sechste Tag

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Beide Augen bleiben jetzt geöffnet, sind aber immer noch ständig verschmiert und verschwollen.

Der Sinn eines Katzenklos wird ausgiebig erprobt.

Ronja spielt ausgiebig und beginnt an der Nahrung zu riechen.

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29.06.2008 Der siebte Tag

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Große Aufregung auf der Quarantänestation: Wo ist Ronja?

Als wir das Frühstück servieren wollten war Ronja nicht zu finden. Während wir sie überall auf dem Boden suchten, beobachtete sie uns aus luftiger Höhe. Ronja saß neben dem Balken auf der Plattform über dem Eingang. Doch wie war Sie hier heraufgekommen. Jedesmal wenn wir nach ihr sahen war sie wieder oben. Trotz Kameraüberwachung dauerte es bis zum Abend, bis wir ihren Aufstieg beobachten konnten. Sie klettert einfach am Zaun hoch und schläft dann im Hopfengestrüpp.

Die notwendige Kraft bekommt sie von Huhn, Pute und Dosenfutter, das sie jetzt gierig aus einer Schale frisst.

Sie wiegt inzwischen 769 g und tobt ausgelassen im Gehege herum.

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04.07.2008 Der 12. Tag

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Ronja wird immer aufgeweckter. Sie freut sich über jede Abwechslung. Sie flitzt durch das Gehege, als wäre es schon immer so gewesen. Sie klettert wie ein Eichhörnchen himmelwärts, nur der Abstieg macht noch Probleme. In der Regel wartet sie geduldig, bis sie von uns wieder nach unten geleitet wird.

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07.07.2008 Der 15. Tag

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Die kleine Maus hat die 1000 Gramm überschritten. Sie hat immer noch Schnupfen und die Augen müssen weiterhin behandelt werden. Ansonsten entwickelt sie sich zu einem quirligen Powerpaket.

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13.07.2008 Der 21. Tag

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Ronja's ist jetzt schon drei Wochen bei uns. In diesen wenigen Tagen hat sie extreme Fortschritte gemacht. Sie tobt durch ihr kleines Reich als wäre sie ein ganz normales Katzenkind, als wäre es noch nie anders gewesen.

Auch wenn ihr Schnupfen deutlich besser geworden ist, so benötigt sie doch weiterhin noch Medikamente um vollends zu gesunden. Und leider, können wir sie bis dahin nicht mit unseren Katzen zusammen bringen. Wir versuchen so oft und so lange wie möglich bei ihr zu sein, um sie auf das spätere Zusammenleben mit Menschen zu prägen.

Ronja dankt uns die Mühe mit ausgiebigen Schmuse- und Schnurrattacken. Dieses Kätzchen ist ein temperamentvolles Kleinod, das uns bedingungslos vertraut. In den letzten Tagen ist ihr Schnupfen, dank der erneuten Antibiotikabehandlung, deutlich besser geworden. Wir hoffen, dass diese Entwicklung weiterhin anhält und sie bald keine gesundheitlichen Probleme mehr hat.

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10.08.2008 Der 49. Tag

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Ronja wiegt jetzt 1591 g und hat sich zu einer selbstbewussten jungen Dame entwickelt. Sie geniesst jede Minute, die wir gemeinsam mit ihr verbringen und tobt dann ausgelassen in ihrem kleinen Reich herum. Klettern und Weitsprung gehören zu ihren wichtigsten sportlichen Disziplinen und sie liebt es vom Dach des Gartenhauses auf meinen Rücken zu springen.

Leider rückt der Tag des Abschieds immer näher, da sie nicht zusammen mit ungeimpften Katzenwelpen gehalten werden kann. Wir hoffen aber, dass wir ein neues Heim für sie finden werden, in dem sie noch viele Jahre geliebt wird.

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31.08.2008 der 70. Tag

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Ronja wiegt jetzt 2090 g. Sie ist gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut geimpft und serologisch auf Leukose und FIV getestet. Außerdem wurde sie mit einem Microchip gekennzeichnet.

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03.09.2008 der 73. Tag

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Ronja hat ein neues Zuhause!

Rechtzeitig bevor das Wetter kalt und nass wurde hat Ronja ein neues Zuhause gefunden. Sie hat sich dort sofort wohl gefühlt und ohne Probleme an die neue Umgebung und ihre neuen Menschen gewöhnt.

Wir wünschen ihrer neuen Familie viel Freude mit ihr.

Allen die durch Geld- und Sachspenden oder Rat und Tat zu ihrer Rettung, Aufzucht und Vermittlung beigetragen haben sagen wir herzlichen Dank!

 

Letzte Generierung dieser Seite: 24.07.2010

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