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Sommerausflug 2010
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Mit den Wölfen heulen…

Sommerausflug am 05.06.2010 zum Wildtierpark in Bad Mergentheim unter dem Motto “Jäger der Nacht”

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Zugegeben, daran müssen wir noch arbeiten: Unser Wolfsgeheul hörte sich zwar schaurig schön an, aber die Wölfe konnten wir damit nicht beeindrucken, und so blieb unser Rufen und Heulen leider ohne verbale Wolfsantwort. Nichtsdestotrotz war es beeindruckend, als plötzlich ein Rudel Wölfe wie aus dem Nichts vor uns auftauchte. Zum Glück sind Wölfe scheue Artgenossen und haben den Menschen nicht auf ihrem Speiseplan. Die freie Sicht auf eines der größten Wolfsrudel Europas gehörte sicherlich zu den Highlights unseres RKS-Sommerausfluges 2010.

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© 2006 RKS e.V.

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Als die letzten Besucher den Wildtierpark Bad Mergentheim verlassen hatten, startete die abendliche Erlebnisführung in die Welt der Tiere und wir durften die Jagd von Adlern, Falken, Eulen, Wölfen, Luchsen und Bären beobachten.

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Der Rundgang führte uns zunächst in eine steinige Gebirgslandschaft, der Heimat von Steinbock, Gämse und Mufflon. Auf dem Weg trafen wir auf einen prächtigen Steinbock, der die Ruhe im Park für seinen allabendlichen „unerlaubten“ Spaziergang außerhalb seines Geheges nutzte. Auf seiner „Tour“ erwischt, sprang er jedoch schnell und behände den Berg hinauf und verschwand hinter den Felsen.

Auf einem Plateau angekommen, hatten wir eine herrliche Sicht auf ein Rudel Rotwild, das von einem kapitalen Rothirsch mit einem großen und weitverzweigten Geweih angeführt wurde. Dann kreisten zwei Bussarde über unsere Köpfe hinweg und einige RKS-Mitglieder hatten die Möglichkeit, die Greifvögel nach Falknerart zu füttern.

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Unser Weg führte uns weiter zu den „fliegenden Jägern unter Wasser“, den Kormoranen. Diese mittelgroßen, schwer gebauten Wasservögel, die am liebsten Fische fressen, sind geschickte Jäger. Mit blitzschnellen, wendigen Tauchmanövern zeigten sie uns die Kunst der Unterwasserjagd.

Die nächste Begegnung war Lore, ein Uhu, der uns überzeugend zeigte, wie zielsicher, elegant und geräuschlos dieser nachtaktive Jäger seine Beute fängt. Nach einem Besuch bei Uhu und Kauz, konnten wir Lore aus nächster Nähe betrachten und durften ihr seidenweiches Gefieder berühren.

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Der nächste Rast war bei den Ottern, den perfekt an das Wasserleben angepassten Mardern, die mit ihren drolligen Schwimm- und Tauchvorführungen vor allem die Herzen der Kinder höher schlagen ließen.

Dann standen wir ihnen gegenüber, den Bären des Wildtierparkes. Wenige Meter trennten uns von den zotteligen Gesellen, deren ruhige und gelassene Erscheinung nicht über die Kraft und Stärke hinwegtäuschte, die in ihnen schlummerte.

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Unser Erlebnisgang führte weiter zu einem typischen Einzelgänger, der vor allem in der Dämmerung und nachts jagt, dem Luchs. Die Jagd auf kleinere Tiere erfolgt normalerweise nach typischer Katzenart durch Anschleichen mit abschließendem Anspringen. Das großzügig angelegte Luchsgehege erlaubte den Samtpfotlern uns auch längere kraftvolle Sprints bei der Jagd nach der Beute zu zeigen.

Ein kurzer Besuch galt auch der sogenannten „Gesundheitspolizei“, den Geiern. Auch wenn diese in der freien Wildbahn nützliche und wichtige Tieren sind und eine beachtliche Größe und Flügelspannweite hatten, irgendwie konnten wir uns mit ihnen nicht anfreunden...

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Lieber verbrachten wir die Zeit mit der Beobachtung des Wolfrudels. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, wobei das Verhalten und Miteinander der Wölfe, das strikt nach Rangregeln geordnet ist, sich ständig wechselte.

Nach den wilden Gesellen des Waldes waren die Nutz- und Haustiere das absolute Kontrastprogramm. Pferd, Schwein, Ziege und Schaf genossen unsere ausgiebigen Streicheleinheiten und vor allem die reichlichen Futtergaben.

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Selbst Maus und Ratte haben im Wildtierpark ihr Plätzchen gefunden, an dem sie sich wie die Made im Speck fühlen können.

Der Weg führte uns weiter an den Wildschweinen mit ihren Frischlingen vorbei in eine bezaubernde Seenlandschaft. Ob Fisch, Frosch, Sumpfschildkröte oder farbenprächtige Libelle - hier gab es wirklich viel zu sehen und zu bestaunen. Ein faszinierendes Schauspiel war die Jagd des Seeadlers, der seine Beute im Gleitflug schlägt und nicht zuletzt die Biberfamilie mit der meterhohen massiven Biberburg aus deren Inneren wir das Fiepen des Nachwuchses vernehmen konnten.

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Hässlich oder wunderschön? Diese Frage stellt sich wohl jeder, der einen Waldrapp sieht. Bis ins 16. Jahrhundert waren Waldrappen auch in der Schweiz, Österreich und Deutschland heimisch. Doch dann standen sie zunehmend bei Hofe und in den Klöstern als Delikatesse auf dem Speiseplan und sind heute in freier Wildbahn kaum noch anzutreffen. Die Nahrung dieses harmlosen Jägers besteht aus Insekten, Würmern und kleinen Reptilien. In diesem Gehege erhielt nicht der Waldrapp, sondern der flinke und wendige Falke für seine Flug- und Fangkünste unsere Anerkennung. Wobei sicherlich auch das äußere Erscheinungsbild des eleganten Jägers der Lüfte uns beeinflusste.

Der Eisfuchs oder auch Polarfuchs hatte es ebenfalls nicht schwer unsere Herzen zu erobern. Kurze Füße, viel Fell, rabenschwarze aufmerksame Augen, ein kleiner wendiger Troll. Der Polarfuchs ist der einzige Wildhund, der die Farbe seines Pelzes den Jahreszeiten entsprechend wechselt. Er vermittelte uns den Eindruck eines Clowns, der sich über die Aufmerksamkeiten der Zuschauer freute.

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Die „Furchtlosen“ unter uns wagten noch einen Abstecher in die Unterwelt. Eine nahezu dunkle Grotte mit fremdartigen Geräuschen und seltsamen Gestalten an den Wänden und dem Gefühl, dass etwas in der Luft fliegt, das man weder sieht noch hört. Wir waren im Reich der Flughunde angekommen.

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Ja, und dann standen wir vor einem „leeren“ Gehege. Weit und breit war nichts von den Bewohnern zu sehen... Die Enttäuschung war uns wohl anzumerken. Wo war sie? Die, die wir unbedingt sehen wollten! Doch kaum wurde mit der Fangmaschine Beute angeboten, war die Jägerin, die Europäische Wildkatze, zur Stelle und zeigte uns mit welcher Eleganz und Kraft eine Wildkatze die Beute schlägt. Etwas größer als unsere Hauskatzen mit einem buschigeren Schwanz, der vor dem Schwanzende 3 bis 4 deutliche schwarze Ringe hat.  Aber, auch wenn die Europäische Wildkatze nicht die Stammmutter unserer Hauskatzen ist, für uns Katzennarren war sie die „Königin“ des Tierparks ...

Nach der Dynamik dieser Jagdszenen ging es geruhsam weiter zu einer eigenwilligen Lebensgemeinschaft.  Waschbär und Frettchen haben sich hier gefunden, angefreundet und eine gemeinsame Wohnung bezogen.

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Mit Einbruch der Dunkelheit neigte sich unser Erlebnisausflug dem ende zu. Ein ereignisreicher Abend mit vielfältigen Eindrücken, bei dem sicher jeder Teilnehmer seinen ganz individuellen Favoriten als “Jäger der Nacht” gefunden hatte ...

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Text © 2010 Elvira Walz

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Fotos © 2010 Friedrich Walz

Letzte Generierung dieser Seite: 18.10.2011

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